02.05.2017

Internationale Fachmesse für Metallverpackungen: METPACK Conference überzeugt mit hochkarätigem Programm

Teilnehmer erwartet Keynote von Dr. Peter Biele von thyssenkrupp Rasselstein

Vom 2. bis 6. Mai setzt die Weltleitmesse METPACK in der Messe Essen neue Maßstäbe für die Metallverpackungsbranche. Neben dem Angebot der über 300 Aussteller fördert die METPACK Conference am zweiten Messetag den Wissenstransfer und dient als wertvolles Networking-Forum. Zehn internationale Experten informieren im Congress Center West der Messe Essen in konzentrierter Form über aktuelle Forschungsergebnisse und neue Fertigungstechnologien. Den Anfang macht Dr. Peter Biele, Vorstandsvorsitzender von thyssenkrupp Rasselstein, mit einer Keynote über Chancen für die Branche.

Im Anschluss an den Vortrag Dr. Bieles informiert Dr. Burkhard Kaup, Head of Materials Technology bei thyssenkrupp Rasselstein, über die Effizienzvorteile von High-End-Verpackungsstahl. Mit „Solidflex“ ist es dem Unternehmen gelungen, die erprobte Materialgüte „DR Formable“ weiter zu optimieren. „Durch weitere Erhöhung der Härte können wir einen Verpackungsstahl zur Verfügung stellen, der statt auf bisher knapp 580 nun auf 700 MegaPascal Zugfestigkeit kommt – und das bei erweiterter Dehnung zwischen fünf und über zehn Prozent“, berichtet der Leiter der Werkstofftechnik.

Spezielle Beschichtungen verringern die Migration und erhalten das Aroma

Metallverpackungen benötigen eine innere Beschichtung, um Korrosion zu verhindern und Inhalte zu konservieren. Mit den Canvera-Dispersionen bietet das Chemieunternehmen Dow Coating Materials spezielle Beschichtungen aus Polyolefinen, die auf einer wasserlöslichen Systematik beruhen und die Migration verringern. Darüber hinaus erhalten Polyolefin-Beschichtungen das Aroma des verpackten Lebensmittels und bewirken hervorragende Haftung, Korrosionsschutz und Elastizität. Warum die Verwendung von Beschichtungen aus Polyolefin ein Durchbruch für die Metallverpackungsindustrie ist, erläutert Bernhard Kainz, Global Technology Leader Packaging Coatings bei Dow Coating Materials.

Olivier Beigneux, Research Team Manager bei ArcelorMittal, präsentiert den Konferenzteilnehmern mit der numerischen Simulation ein wirkungsvolles Tool für die Entwicklung neuer Dosen. Deren Hersteller simulieren mittels der Finite-Elemente-Methode am Computer Eigenschaften wie Belastung und Formbarkeit von Dosen, bevor diese in Produktion gehen. Dazu wird die Dose am Computer zu einem Netz kleinster Punkte modelliert, anhand dessen Beschaffenheit die Entwickler Vorhersagen zum Materialverhalten treffen können. Im Vergleich zu herkömmlichen Versuchsreihen im Labor verbessert das digitale Verfahren die Kosteneffizienz sowie Produktvielfalt und verkürzt die Markteinführungszeiten.

Neue Fördersysteme verbessern die Effizienz

Bis zu 3.000 Dosen pro Minuten produzieren Hersteller in modernen Fabriken – eine Herausforderung für die Entwickler entsprechender Fördersysteme. David Bogle, Global Spiral Research and Development Leader, und Andres Gomez, Spiral Application Manager (EMEA) referieren in ihrem Vortrag über die patentierte DirectDrive-Technologie des Fördersystemherstellers Intralox. Im Vergleich zur traditionellen Spiraltechnik verbessern DirectDrive-Systeme die Belastbarkeit der Bänder und erhöhen deren Lebensdauer. Darüber hinaus reduziert die Technologie den Wartungsaufwand und die Anfälligkeit für Betriebsausfälle.

Im Anschluss widmet sich Graham MacFarlane, Mitglied des Vorstands der Böttcher Group, der Verbesserung von Lackierwalzen für Metallverpackungen. Besonders in der Kunststoff-, Metall-, Holz- und Textilindustrie werden spezielle Anforderungen an die Walzenbezüge gestellt. So sind Lackierwalzen in der Metallverpackungsbranche einer Vielzahl von Lackvarianten ausgesetzt, die Einfluss auf die Walzenbezüge haben. Die Böttcher Group untersucht systematisch die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Walzenbezügen und Lacksorten. Dadurch vergrößert das Unternehmen das Wissen über die optimale Beschaffenheit von Lackierwalzen in Verbindung mit bestimmten Lacken.

Gemüseverpackungen aus Tomatenabfällen

Tomotake Tokunaga, CEO von Sanyu Machinery, spricht in seinem Vortrag über zwei Maschinen zur äußeren und inneren Reinigung von Konservendosen. Gegenüber herkömmlichen Anlagen bietet der japanische Traditionshersteller einen zusätzlichen luftdruckbasierten Reinigungsschritt im Herstellungsprozess: Ein patentiertes Triangel-System ermöglicht konstante Bestrahlung – selbst an schwer zugänglichen Stellen der Metallverpackung. Die Automobilindustrie könnte zum Beispiel von vollkommen staubfreien Lack- und Farbkonserven profitieren.

Gemüseverpackungen aus Tomatenabfällen: Die Verantwortlichen des Biocopac-Projekts entwickeln unter Führung von Salchi Metalcoat alternative, biobasierte Lackierungen für die Konservenindustrie. Sebastiano Brenni, Managing Director bei Salchi Metalcoat, erklärt anlässlich der METPACK Conference, wie Tomatenhäute, die normalerweise als Abfall entsorgt werden, an den Innen- und Außenwänden von Konservendosen als besonders gesundheitsverträgliche Beschichtungen zum Einsatz kommen. Dazu wird aus Tomatenhäuten ein Harz isoliert und zu Lacken weiterverarbeitet. Langfristig soll durch den günstigen Rohstoff die Attraktivität von Metallverpackungen gegenüber Kunststoff-Lösungen erhöht werden.

Highspeed in der Dosen- und Deckelherstellung

Zum Abschluss der Konferenz präsentiert Rolf Geide, Senior Executive Vice President Marketing & Sales bei Soudronic, einen Überblick über das Sortiment der Soudronic-Tochter Cantec. Der Essener Hersteller ist auf Highspeed-Anlagen zur Dosen- und Deckelherstellung spezialisiert. Anlagen der neuesten Generation bieten durch Upgrades eine verbesserte Wirtschaftlichkeit: Produktionsläufe mit bis zu 1500 Dosen pro Minute werden möglich, gleichzeitig wächst das Potenzial zur Materialeinsparung, da geringere Blechdicken eingestellt werden können. Ein Upgrade der OCSAM-SGS-Duplex-Scheren ermöglicht zudem auch bei kleinen Chargen eine schnelle und unkomplizierte Produktionsumstellung.

Weitere Informationen: www.metpack.de

Bildmaterial zum Download: www.messe-essen-mediacenter.de

Details
Zeit: Mittwoch, 3. Mai 2017, 9 bis 13.30 Uhr

Ort: Saal Berlin, Congress Center Essen, CC West

Offizielle Sprache: Englisch

Teilnahmegebühr vor Ort: 239 €
Im Preis inbegriffen sind die Mehrwertsteuer, Konferenzvorträge, leichte Erfrischungen, Zutritt zur METPACK, Einladung zur Verleihung des METPACK Innovation Award sowie der Messekatalog. Übernachtung und Unterkunft sind nicht inbegriffen.

Program

8.15
            Welcome coffee and registration of delegates, networking
 
8.45
            Opening of the conference


         Opportunities for our common industry
            Dr. Peter Biele, CEO thyssenkrupp Rasselstein (DE)
9.00  
            Modern Global Canmaking

            Efficiency benefits of high-end packaging steel
            Dr. Burkhard Kaup, Head of Materials Technology thyssenkrupp          Rasselstein (DE)

Advances in raw material development for ‘Generation II’ compliant can coating technologies’
Bernhard Kainz, Global Technology Leader The Dow Chemical Company (US)

Numerical simulation: a powerful tool to support the sustainability of the steel packaging market
Olivier Beigneux, Research Team Manager ArcelorMittal (F)

2pc and 3pc can handling: DirectDrive™ Intralox Patented Technology
David Bogle, Global Spiral Research and Development Leader
Andres Gomez, Spiral Application Engineer (EMEA) Intralox (NL)


11.00
            Networking refreshment break
11.30
            Modern Global Canmaking

Material Compatibility in the Metal Decorating Process
Graham MacFarlane, Member of the Board Böttcher Group (DE)

 

Cleaning machines for pails and square Cans in the General Line segment
Tomotake Tokunaga, CEO Sanyu (JP)

Biocopac: tomato-based varnishes for the protection of food cans
Sebastiano Brenni, Managing Director Salchi Metalcoat Srl (I)

High Performance – A Must in Can Making
Rolf Geide, Senior Executive Vice President Marketing & Sales Soudronic (CH)


1.30
End of conference