30.03.2026

Internationales Fachprogramm der METPACK Conference steht fest

Wenn sich die internationale Metallverpackungsbranche vom 5. bis 8. Mai 2026 in Essen zur METPACK trifft, rückt am zweiten Messetag auch der Wissenstransfer in den Mittelpunkt: Die METPACK Conference 2026 bringt am Mittwoch, 6. Mai 2026, Fachleute entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen. Im Congress Center West erwartet die Teilnehmer ein kompaktes, internationales Vortragsprogramm mit aktuellen Entwicklungen, innovativen Technologien und nachhaltigen Lösungsansätzen rund um Dosen und Verschlüsse.
Wie immer ergänzt die METPACK Conference das Messegeschehen der Weltleitmesse für Metallverpackungen um eine inhaltlich starke Plattform für fachlichen Austausch. Während in den Messehallen Live-Demonstrationen, Produktpräsentationen und persönliche Gespräche im Mittelpunkt stehen, wird die Konferenz im angrenzenden Congress Center West zum Think Tank der Branche. Acht internationale Speaker präsentieren dort fundierte Fachvorträge zu den aktuellen Herausforderungen und Zukunftsthemen der weltweiten Metallverpackungsindustrie.
Eröffnet wird die METPACK Conference von Clarissa Odewald, Vorstandsvorsitzende von thyssenkrupp Rasselstein. In ihrer Keynote zur strukturellen Transformation der Branche zeigt sie auf, wie sich die Metallverpackungsindustrie angesichts von Dekarbonisierung, geopolitischen Unsicherheiten, volatilen Energie- und Rohstoffmärkten sowie wachsenden regulatorischen Anforderungen weiterentwickeln muss. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Wettbewerbsfähigkeit und Klimaziele gleichzeitig gelingen können und welche Rolle die Metallverpackungsindustrie für die industrielle Basis Europas spielt.
Ein wesentlicher Themenblock der Conference widmet sich modernen Verpackungsstählen, Materialeffizienz und Lightweighting. Laura Rigoni und Gilles Mangin von ArcelorMittal stellen in ihrem Vortrag „Designing the Next Generation of Packaging Steel: the Maleïs® Case for Easy Open Ends“ neue Ansätze für Verpackungsstahl bei Easy-Open-End-Anwendungen vor. Im Fokus stehen metallurgische Prinzipien und unterschiedliche Härtungsmechanismen, die eine weitere Gewichtsreduzierung ermöglichen und zugleich die für das Öffnungsverhalten erforderliche Duktilität erhalten.
Direkt daran knüpfen später auch Anne Reichardt, Research Engineer bei thyssenkrupp Rasselstein, und Benjamin Liebscher, FEA Specialist bei thyssenkrupp Rasselstein, mit dem Vortrag „Material matters: Let’s redefine your standard!“ an. Sie stellen vor, wie sich das weitere Downgauging-Potenzial von D&I-Lebensmitteldosen mithilfe von Finite-Elemente-Analysen erschließen lässt. Ziel ist es, höhere Festigkeiten zu erreichen, ohne die Umformbarkeit zu beeinträchtigen, und damit Materialeinsparung, Effizienz und Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben.
Auch Dr. Nick Silk, Head of Product Development bei Tata Steel UK, nimmt die Zukunft von Verpackungsstahl in den Blick. Sein Vortrag „High recycled content packaging steels“ beleuchtet, wie sich steigende Rezyklatanteile und unterschiedliche Schrottqualitäten auf Chemie und Verarbeitung von Verpackungsstählen auswirken. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich Verpackungsstähle mit deutlich höherem Recyclinganteil herstellen lassen und welche Anforderungen sich daraus für Produzent und Verbraucher ergeben.
Ein zweiter Themenkomplex richtet den Blick auf neue Verpackungs- und Verfahrenslösungen. Jiawen Chen, Gründer von Guangzhou Jorson Food Technology, präsentiert in „A sealable can & aseptic canning method“ ein Konzept für die aseptische Abfüllung fester Lebensmittel in heiß-gesiegelten, flachen, gezogenen Behältern. Das Verfahren kombiniert eine leicht zu öffnende Dose mit einem aseptischen Konservierungsverfahren und soll kürzere Erhitzungszeiten sowie Qualitätsvorteile bei den abgefüllten Produkten ermöglichen.
Einen weiteren innovativen Ansatz für mehr Nachhaltigkeit im Getränkedosenbereich zeigen Gus Reall, Executive Director bei CDL, und Dennis Stammen, Vice President Metal Forming bei Stolle. Ihr Vortrag „‘1-Alloy’ Cans & Ends for a Sustainable Canning Industry Future“ stellt ein Konzept vor, bei dem Getränkedosenkörper und -enden künftig aus einer einheitlichen Aluminiumlegierung gefertigt werden können. Damit ließe sich der Materialkreislauf vereinfachen, der Bedarf an neuem Aluminium senken und die ökologische Bilanz der Getränkedose weiter verbessern.
Mit Blick auf alternative Behälterkonzepte spricht Florian Weil, CEO der Weil Technology GmbH, über „Sustainable packaging solutions: Laser-welded stainless steel containers for demanding filling goods“. Vorgestellt werden lasergeschweißte Edelstahlbehälter als PFAS-freie, langlebige und vollständig recycelbare Ergänzung zur klassischen Dosenfertigung. Der Beitrag zeigt, wie moderne Laserschweißtechnik glatte, dichte und hygienisch geeignete Nähte erzeugt und damit insbesondere für anspruchsvolle, reaktive oder hochwertige Füllgüter neue Perspektiven eröffnet.
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf Beschichtungen, regulatorischen Anforderungen und Produktintegrität. Alain Cagnard von der Eastman Chemical Company erläutert in seinem Vortrag „Using Electrochemical Impedance Spectroscopy to Track Coating Degradation in Metal Cans“, wie sich Beschichtungsdegradation in Metalldosen mithilfe der Electrochemical Impedance Spectroscopy (EIS) frühzeitig erkennen und quantifizieren lässt. Dabei geht es um chemische, thermische und mechanische Belastungen ebenso wie um den Wandel hin zu chromfreien Passivierungslösungen (z.B. CFPA) und die Anforderungen an geeignete Beschichtungssysteme.
Daran anknüpfend beleuchtet Marco Minghetti, Closures Lab Manager bei SACMI IMOLA, in „Opportunities of a steady and continuous transition toward PVC-free caps and closures for food contact“ die fortschreitende Umstellung auf PVC-freie Verschlüsse für den Lebensmittelkontakt. Sein Vortrag zeichnet die Entwicklung dieser Transformation nach und zeigt auf, welche Chancen, Marktanforderungen und technischen Voraussetzungen sich für Hersteller und Anwender ergeben.
Jetzt Ticket für die METPACK Conference sichern
Tickets für die METPACK Conference sind ausschließlich im Online-Shop unter www.metpack.de erhältlich (nach Verfügbarkeit). Inkludiert sind Vorträge und Unterlagen, Catering sowie eine Zwei-Tages-Karte für die Messe.

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